2. Oktober 2021 Hannover

Internationaler Joseph Joachim Violinwettbewerb Hannover: Acht Teilnehmer*innen ziehen ins Semifinale ein

Semifinalist*innen JJV2021: (v.l.n.r.) Chiara Sannicandro, Sara Domjanić, Maria Ioudenitch, Javier Comesaña, Minami Yoshida, Elli Choi, Claire Bourg, Lorenz Karls

Die Jury des 11. Joseph Joachim Violinwettbewerbs in Hannover hat acht von insgesamt 31 Teilnehmer*innen für das Semifinale nominiert. In zwei Vorrundenkonzerten überzeugten die internationale Jury unter dem Vorsitz der Violinistin Carolin Widmann folgende Geiger*innen:

Claire Bourg (26, USA)
Lorenz Karls (20, Schweden & Österreich)
Elli Choi (20, USA)
Javier Comesaña (22, Spanien)
Maria Ioudenitch (25, USA)
Minami Yoshida (23, Japan)
Sara Domjanic (24, Liechtenstein)
Chiara Sannicandro (23, Deutschland)

Am Montag, 4. Oktober, beginnt um 18.00 Uhr die erste von zwei Semifinalrunden im Richard Jakoby Saal der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Die Semifinalist*innen sind gemeinsam mit der Camerata Bern zu erleben, solistisch mit einem Mozart-Konzert und von der Konzertmeisterposition mit dem ersten Satz von Bartóks Divertimento. Bereits um 16.00 Uhr können Interessierte in die Welt der Musikkritik eintauchen. Die Journalist*innen Eleonore Büning, Jörg Lengersdorf und Kai Luehrs-Kaiser diskutieren unterschiedlichste Aufnahmen von Mozarts G-Dur-Violinkonzert (KV216).

In der zweiten Semifinalrunde präsentieren die acht Geiger*innen ein eigens erstelltes Rezital, inspiriert durch folgendes Zitat: „Heimat ist das, von wo wir ausziehen, wo wir beginnen. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist nicht das, wo wir bleiben, es ist nicht das, was uns unverändert begleitet. Die Wanderschaft, auf die wir uns begeben, auf der wir unserem Begehren nachgehen, diese Unruhe, die uns angetrieben hat, das Gefühl des Exils ist die Quelle für das Suchen nach einem anderen Zuhause, nach einer anderen Heimat.” (Emcke, Carolin: Wie wir begehren, Frankfurt 2012, 8. Auflage 2020, Seite 218-219) Neben diesem Thema ist die einzige Vorgabe ein Kopfsatz aus einem Haydn Streichquartett, das mit Mitgliedern des Kuss Quartetts aufgeführt wird. Das genaue Werk erfahren die Semifinalist*innen erst nach ihrem Auftritt mit der Camerata Bern.

Am 7. Oktober 2021 verkündet die Jury, wer sich im Finale mit einem großen Violinkonzert an der Seite der NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Andrew Manze und mit der Uraufführung des Auftragswerkes „Im Garten zu spielen” von Manfred Trojahn präsentieren darf.

Karten für die Wettbewerbskonzerte sind ausschließlich über die Vorverkaufskasse im Künstlerhaus Hannover erhältlich, persönlich und telefonisch – vorverkauf@vvk-kuenstlerhaus.info, Tel: 0511-16 84 12 22. Darüber hinaus werden alle Konzerte live auf der Website des Wettbewerbs gestreamt und als Video-on-Demand eingebunden. Die Finalkonzerte und die Preisverleihung werden zudem live bei NDR Kultur, Partner des Wettbewerbs, zu hören sein.

Wettbewerb Kompakt

Seit 1991 richtet die Stiftung Niedersachsen den „Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerb Hannover” aus. Antje Weithaas und Oliver Wille, die seit 2019 die künstlerische Leitung von Gründer Krzysztof Wegrzyn übernommen haben, suchen neugierige Persönlichkeiten, die durch instrumentale Überlegenheit überzeugen, die mit Demut gegenüber Komponist*innen und ihren Partituren Mut zur Individualität beweisen, die mit der Violine musikalisch unmittelbare Aussagen treffen können, deren Stimme berührt und die sich durch Vielseitigkeit auszeichnen. Hierfür haben sie starke Partner gewonnen, die die Geldpreise der Stiftung Niedersachsen mit rund 30 Konzertveranstaltungen ergänzen. Darüber hinaus wird Notenmaterial vom G. Henle Verlag vergeben und eine Guadagnini-Geige von der Fritz Behrens Stiftung verliehen. Warner Classics wird mit dem gleichnamigen Award eine*n Teilnehmer*in weltweit mit einem Debütalbum vorstellen.

Zeitraum
26. September bis 10. Oktober 2021 in Hannover

Stiftung Niedersachsen
Seit 1987 engagiert sich die Stiftung Niedersachsen für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung im ganzen Land. Als Landeskulturstiftung stärkt sie durch die Förderung gemeinnütziger Projekte die Vielfalt der Kultur in Niedersachsen und trägt zur Profilierung des Kulturstandortes bei. Pro Jahr fördert die Stiftung rund 200 Projekte und ist zudem selbst mit aktuell 10 Programmen operativ tätig.

Künstlerische Leitung: Antje Weithaas und Oliver Wille
Mit Antje Weithaas hat seit 2019 die 1. Preisträgerin des ersten Joseph Joachim Violinwettbewerbs 1991 die Leitung inne. Heute ist sie eine der international bekanntesten Geigenvirtuosinnen und eine Violinpädagogin von Weltrang. Als Solistin arbeitet Antje Weithaas mit den renommiertesten Klangkörpern weltweit. Fast zehn Jahre lang war sie zudem als künstlerische Leiterin der Camerata Bern für deren musikalisches Profil verantwortlich. Ihre CD-Einspielungen stellen Referenzaufnahmen dar und rufen begeisterte Reaktionen hervor, so etwa die Gesamteinspielungen der Solosonaten und -partiten von Johann Sebastian Bach und der Solosonaten von Eugène Ysaÿe.

Oliver Wille wird die enge Kooperation des Wettbewerbs mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) fortsetzen. Seit 2011 ist er dort Professor für Streicherkammermusik und leitet u. a. eine international erfolgreiche Quartettklasse. Als Gründungsmitglied des innovativen, gefeierten Kuss Quartetts definiert er die Kammermusik bereits seit mehr als 25 Jahren mit. Neben ihrer internationalen Konzerttätigkeit wurden die vier durch neue Konzertformate bekannt. Der renommierte Violinist ist seit 2015 zudem Intendant der Sommerlichen Musiktage Hitzacker.

Partner
Beim Joseph Joachim Violinwettbewerb schließen sich wichtige Institutionen des hannoverschen und niedersächsischen Musiklebens zusammen. Die Stiftung Niedersachsen kooperiert mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, der NDR Radiophilharmonie, NDR Kultur, Warner Classics, der Fritz Behrens Stiftung und dem G. Henle Verlag.

Livestream
Alle Wettbewerbskonzerte können unter https://www.jjv-hannover.de/de/live mitverfolgt werden.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Katharina Nitsch
Stiftung Niedersachsen
Referentin Presse