Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Cottbus

Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Cottbus und GMD Alexander Merzyn | © Marlies Kross

Das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus blickt auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. Seit Oktober 1912 sind Aufführungen des Klangkörpers dokumentiert. Neben Opernwerken stehen die Philharmonischen Konzerte im Zentrum der Orchesterarbeit. Das klassisch-romantische Repertoire wird in diesem Rahmen traditionell ebenso gepflegt wie die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.

Mit Beginn der Spielzeit 09.10 startete das bundes-, wenn nicht weltweit einmalige Projekt „Acht Uraufführungen in acht Konzerten“. In jeder Saison erging für alle acht Abonnementkonzerte ein Auftrag für jeweils ein neues Werk an verschiedene etablierte oder bis dato unbekannte zeitgenössische Komponist*innen. Als Würdigung dieser Arbeit wurde dem Orchester im März 2011 die Auszeichnung „Bestes Konzertprogramm“ des Deutschen Musikverleger-Verbandes e.V. (DMV) für die Saison 10.11 verliehen. Neben dem in der deutschen Orchesterlandschaft einzigartigen Engagement für die zeitgenössische Musik betonte der DMV in diesem Kontext insbesondere den Fokus auf eine vielseitige Musikvermittlung. Ein regelmäßiger Austausch und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Schulen sowie großangelegte Sonderprojekte sind für die Arbeit des Orchesters ebenso selbstverständlich wie Schul- und Familienkonzerte oder Kammerkonzerte für Kleinstkinder und deren Eltern. Mit diversen Aktionen wie Flash Mobs oder Freilichtkonzerten bringt das Philharmonische Orchester in niedrigschwelligen, teils interaktiven Musikformaten regelmäßig Musik in die Stadt und nach ganz Brandenburg: auf Plätze, in Einkaufszentren und Geschäfte, in die Universität oder den Branitzer Park.

In der Spielzeit 18.19 übernahm Alexander Merzyn die Leitung des Philharmonischen Orchesters und sorgte für grenzüberschreitende Perspektiven: Konzerte zu Deutschlands Nachbarstaaten bildeten neben den großen und groß besetzten Werken des internationalen klassisch-romantischen Repertoires wesentliche Schwerpunkte der vergangenen Spielzeiten.

Als „Artist-in-Residence“ arbeitete die Violinistin Antje Weithaas in der Spielzeit 19.20 eng mit dem Orchester zusammen. Dass die internationalen Karrierepfade diverser aufstrebender Solist*innen mit dem Cottbuser Klangkörper verbunden sind, ist ein weiteres Zeugnis für das besondere Augenmerk der Orchesterleitung auf die Zusammenarbeit mit jungen, vielversprechenden Talenten.

Unter dem Schlagwort „Tradition und Neuanfang“ startete das Orchester in der Spielzeit 20.21 eine Konzertreihe zu den großen philosophischen Fragen, die Komponist*innen aller Zeiten in ihrer Musik beschäftigt haben. Bereits im Frühjahr 2020 machten sich die Musiker*innen mit ihren „Konzerten für Cottbus“ im Lockdown auf den Weg zu den Menschen. An teils ungewöhnlichen Orten überraschten sie in kleinen Formationen pandemiegerecht mit musikalischen Ermunterungen. Auch der Ausbau digitaler Formate ist seit dieser Zeit ein selbstverständlicher Teil der Orchesterarbeit. Mehrere digitale Angebote sind derzeit über die Homepage des Staatstheaters kostenlos zugänglich.

Das Philharmonische Orchester gastiert regelmäßig an den verschiedenen Brandenburger Theatern, bei den Brandenburgischen Sommerkonzerten und beim Choriner Musiksommer. Weitere Gastspiele führten es zudem nach Winterthur, Berlin und Paris sowie 2014 erstmals zum Festival MusicáMallorca. Mehrere CD-Veröffentlichungen dokumentieren die interpretatorische Vielseitigkeit und künstlerische Qualität des Orchesters, darunter historische Aufnahmen, eine CD mit Filmmusik von John Williams oder eine Einspielung der ersten 24 Werke der „Acht Uraufführungen“.