Vorauswahl

Für die Vorauswahl konnten wir fünf Konzertmeister*innen und Stimmführer*innen unseres Partnerorchesters, der NDR Radiophilharmonie, als Juror*innen gewinnen. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung mit erstklassigen internationalen Dirigent*innen und Solist*innen, ihrer individuellen künstlerischen Tätigkeiten als Kammermusiker*innen und Solist*innen und durch ihre Unabhängigkeit vom Hochschul- und Wettbewerbsbetrieb sind sie in besonderer Weise für die Aufgabe prädestiniert. Mitte Mai wählen sie rund 35 Kandidat*innen für die Teilnahme am JJV 2021 aus, die musikalisch und instrumental begeistern und in denen sie potentielle Finalist*innen für "ihre" Orchesterrunde mit der NDR Radiophilharmonie sehen.

Oliver Kipp

Oliver Kipp studierte Violine an den Musikhochschulen in Hannover bei Atila Aydintan und Berlin bei Thomas Brandis. Weitere Impulse im Bereich der Kammermusik erfolgten durch Hatto Beyerle (Alban Berg Quartett), Walter Levin (LaSalle Quartett), Uwe-Martin Haiberg (Brahms-Quartett) und György Sebök. 
  
Seine Ausbildung als Orchestermusiker erhielt Oliver Kipp während des Studiums als Mitglied des "European Community Youth Orchestra" (1987-1993), bei der NDR Radiophilharmonie (1991-1993) und als Gast der Berliner Philharmoniker (1994-1998). Seit 1998 ist er Stimmführer der NDR Radiophilharmonie. 
  
1999 gründete er das Hyperion Trio, mit dem er bereits 2001 den Internationalen Johannes-Brahms-Wettbewerb gewann. Seitdem gibt es eine umfangreiche Konzerttätigkeit mit diesem Ensemble, mit dem er 2016 das Festival "Klanginsel Helgoland" gründete. Ziel des Festivals - und generell seiner kammermusikalischen Arbeit - ist es, bekannte Meisterwerke seltener gespielten Werken gegenüberzustellen um auf diese Weise biographischen oder musikhistorischen Zusammenhängen nachzuspüren. In vielen Fällen führte diese Arbeit zu Ersteinspielungen der unbekannten Werke (wie z.B. in den CD-Produktionen Joseph Marx, Julius Röntgen, Robert Kahn, Felix Woyrsch und Rubin Goldmark). Diese Einspielungen für die Labels CPO und Thorofon/Bella Musica werden regelmäßig von der Fachpresse hoch gelobt. 2020 erscheint eine Gesamteinspielung der Werke für Klaviertrio von Carl Reinecke (incl. seiner Fassung für Klaviertrio des Tripelkonzertes op.56 von Ludwig van Beethoven).
  
Seit 2008 ist Oliver Kipp Tutor für Violine und Kammermusik des "European Union Youth Orchestra". Er hat einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Außerdem arbeitet er regelmäßig mit den Akademisten der NDR Radiophilharmonie. Er ist gefragter Juror bei internationalen Wettbewerben, Dozent bei Meisterkursen und Mitglied des "Audition Panel" des European Union Youth Orchestra. 

Anna Lewis

Anna Lewis stammt aus der Nähe von Moskau, wo sie auch ihre erste Ausbildung am dortigen Tschaikowsky Konservatorium beim Prof. Fedor Druschinjn erhielt. Seit 1992 lebt sie in Deutschland und studierte zunächst in Freiburg bei Prof. Kim Kashkashian, um anschließend weiter nach Frankfurt zu Prof. Tabea Zimmermann zu wechseln, wo sie ihr Studium mit dem akademischen Grad „Konzertsolistin“ abgeschlossen hat.

1994 wurde sie Solobratschistin in der Züricher Oper, von 1998-2002 spielte sie als 1. Solobratschistin am Gewandhaus zu Leipzig. Sie war Solobratschistin bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und ist seit 2003 Solobratschistin bei der NDR Radiophilharmonie in Hannover.

Anna Lewis hat bei verschieden Kammermusikfestivals wie dem Oleg Kagan Musikfest, Klassik Festival Rottweil, Inselfestival Hombroich, Juventus Festival Frankreich, Festival de Musique Dijon, Musikfest Kreuth, Kronberg Akademie und Feldkirchmusikfestival teilgenommen, wo sie mit Sergio Azzolini, Francois Leleux, Boris Pergamenschikow, dem Keller-Quartett, Radovan Vlatkovic, Michael Sanderling, Viktoria Mullova, Antje Weithaas u. a. Kammermusik spielte.

Sie konzertierte als Solistin mit verschiedenen Orchestern. Zusammen mit Christian Tetzlaff und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen spielte sie Mozarts „Sinfonia Concertante“, Hindemiths „Der Schwanendreher“ mit dem Gewandhausorchester und Berlioz‘ „Harold in Italien“ mit dem Orchestre national d'Île-de-France.

Anna Lewis tritt regelmäßig mit dem Arte Ensemble auf.

Kathrin Rabus

Kathrin Rabus studierte in Basel bei Sandor Zöldy, in Tel Aviv bei Pjotr Bondarenko und in New York bei der berühmten Geigenpädagogin Dorothy DeLay. Meisterkurse bei Nathan Milstein, Henryk Szeryng und Gidon Kremer rundeten ihre künstlerische Ausbildung ab. Ein entscheidender Meilenstein ihrer internationalen Karriere war der 1. Preis der Bundesauswahl Podium junger Solisten im Jahre 1979, gefolgt vom Internationalen Violinwettbewerb Tibor Varga im Jahre 1987.

Seit 1988 ist Kathrin Rabus Erste Konzertmeisterin der NDR Radiophilharmonie, wobei sie sich als erste Frau in einem deutschen Rundfunksymphonieorchester diese Position erspielt hat. 

Sie ist gern gesehener Gast bei internationalen Festivals wie dem Schleswig- Holstein Musik Festival und dem Rheingau Musik Festival, in Lockenhaus (Österreich), in Kuhmo (Finnland), in Kurashiki (Japan) und beim Jerusalem Chamber Music Festival.

Sie hat eine Reihe von CDs eingespielt, unter anderem als Kammermusikpartnerin von Gidon Kremer und wurde 1999 mit dem renommierten ECHO-Klassik-Preis in der Kategorie Kammermusik geehrt. Im gleichen Jahr wurde sie außerdem Geigerin des Kandinsky Streichtrios.

Besondere Anregungen erhielt sie durch András Schiff, in dessen Ensemble "Capella Andrea Barca" sie regelmäßig musiziert. Als Solistin trat sie unter anderem mit Bartóks 2. Violinkonzert unter Michael Gielen, Schumanns Violinkonzert unter Bernhard Klee sowie Schumanns Fantasie unter Heinz Holliger auf. Ein starkes Interesse gilt auch der zeitgenössischen Musik: So spielte sie zum Beispiel die Uraufführung von "Silenzio" von Sofia Gubaidulina (ebenfalls auf CD bei Naxos) sowie die Ersteinspielung des Violinkonzerts von Daniel Schnyder unter dem Dirigat von Kristjan Järvi (Enja Records).

Kathrin Rabus ist Primaria des Arte Ensembles, einer Kammermusikvereinigung aus Solisten der NDR Radiophilharmonie, die unter anderem mit Dominique Horwitz und Herbert Feuerstein auftritt.

Die Förderung des musikalischen Nachwuchses liegt der Künstlerin ebenso am Herzen: ihre Lehr- und Dozententätigkeit führte sie zum Bundesjugendorchester, zur Japanischen Kammermusik- und Orchesterakademie Toyama, zur Orchesterakademie des Schleswig- Holstein Musik Festivals, zur Villa Musica Mainz und zur Hochschule für Musik und Theater Hannover.

Nikolai Schneider

Nikolai Schneider erhielt seine cellistische Ausbildung zunächst als Jungstudent bei Friedrich Jürgen Sellheim an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Die prägenden Lehrerpersönlichkeiten während des Studiums waren Heinrich Schiff in Basel und David Geringas in Lübeck. Seine künstlerische Ausbildung komplettierte er mit einem externen Kammermusikstudium bei Konrad Grahe an der Folkwanghochschule in Essen sowie Meisterkursen bei Walter Levin, Hatto Beyerle, Boris Pergamenschikow, Frans Helmerson, Maurice Gendron und André Navarra.

Nikolai Schneider war Stipendiat der Jürgen-Ponto-Stiftung und der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie Preisträger nationaler wie internationaler Wettbewerbe, u. a. des Mendelssohn-Wettbewerbs der deutschen Musikhochschulen, des Deutschen Musikwettbewerbs (Stipendiat) und des Internationalen Musikwettbewerbs in Genf.

Seit 1996 ist Nikolai Schneider 1. koordinierte Solocellist der NDR Radiophilharmonie.

Neben seiner Tätigkeit im Orchester liegt ihm nicht nur die Kammermusik sehr am Herzen. Regelmäßiges Konzertieren in variierenden Besetzungen von Duo bis (Cello-)Oktett, Auftritte als Solist mit der NDR Radiophilharmonie und anderen Orchestern, aber auch die pädagogische Arbeit, unter anderem in der Joseph-Joachim-Akademie des NDR, ergänzen und bereichern seine künstlerischen Aufgaben in der NDR Radiophilharmonie.

Friederike Starkloff

Als 5-jährige beginnt sie mit dem Geigenunterricht an der Pflüger-Stiftung in Freiburg bei Prof. Wolfgang Marschner und Ariane Mathäus. Beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ gewinnt sie 1998 das erste Mal einen Ersten Preis. Bis 2004 folgen ihm elf weitere, die sie für ihre Vorträge in Solo-Wertungen bzw. als Mitglied in Duo und Quartett entgegennimmt. Parallel dazu reüssiert sie bei verschiedenen internationalen Geigen- und Kammermusik-Wettbewerben und wird Gewinnerin des Internationalen Violinwettbewerbs Miroslaw Lawrynowicz 2005 in Plock (Polen), des Zehnten Internationalen Violinwettbewerbs Ludwig Spohr in Freiburg und des Ersten Internationalen Wettbewerbs Violine 2008 in Dresden. Weiterhin ist sie Preisträgerin im Internationalen Spohr-Wettbewerb 2001 in Weimar, 2nd International Violin Competition 2008 in Qingdao (China) und Bachpreisträgerin im XVI. Internationalen Bach-Wettbewerb 2010 in Leipzig in der Kategorie Violine/Barockvioline. Darüber hinaus erreicht Friederike Starkloff beim Siebten Internationalen Violinwettbewerb Leopold Mozart 2009 in Augsburg den Zweiten Platz, welcher die Grundlage für eine CD-Produktion bildet. 2014 gewinnt sie den Dritten Preis (Jacques Thibaud Grand Prize) beim Long-Thibaud-Crespin Wettbewerb in Paris und 2015 den Dritten Preis beim Jean Sibelius Wettbewerb in Helsinki.

Musik bedeutet mir alles. Sie ist ein Teil von mir, gibt mir Freude und Kraft.

Als Solistin konzertiert sie in Deutschland, Polen und Italien und tritt mit einer Vielzahl verschiedener Orchesterformationen auf, darunter die Baden-Badener Philharmonie, die Weimarer Staatskapelle, das Philharmonische Orchester Rzeszow (Polen) sowie das Kurpfälzische Kammerorchester und das Stuttgarter Kammerorchester unter der Leitung von Dennis Russell Davies. Die Stipendiatin der Jürgen Ponto-Stiftung (2004–2007) besucht regelmäßig internationale Meisterkurse unter der Leitung so renommierter Musiker und Pädagogen wie Wolfgang Marschner, Kurt Masur und Herman Krebbers und tritt bei verschiedenen Festivals auf, so zum Beispiel dem Moritzburg-Festival.

Von 2008 bis 2012 studiert Friederike Starkloff bei Rainer Kussmaul an der Hochschule für Musik Freiburg und von 2012 bis 2018 bei Antje Weithaas an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, bei der sie zur Zeit die Assistenz inne hat. Seit 2015 ist Friederike Starkloff Erste Konzertmeisterin der NDR Radiophilharmonie Hannover. Als gefragte Konzertmeisterin hat sie außerdem bereits mit dem Stuttgarter Kammerorchester, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem NDR Elbphilharmonie-Orchester und dem BBC Symphony Orchestra gearbeitet.

Bis 2015 spielt sie auf einer Geige von J. B. Guadagnini (einer Leihgabe der Landessammlung Baden-Württemberg) und seitdem auf einer Violine von Julia Maria Pasch aus dem Jahr 2014.